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Gastroösophageale Refluxkrankheit

Letzte Aktualisierung: 18.5.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) wird nach der Montreal-Definition durch störende Symptome und/oder Komplikationen durch Reflux von Mageninhalt definiert. In Ländern des Globalen Nordens liegt die Prävalenz bei 15–25%. Ursächlich stehen meist vermehrte transiente Relaxationen des unteren Ösophagussphinkters im Vordergrund, begünstigt durch Risikofaktoren wie Adipositas oder Hiatushernien. Die Leitsymptome sind Sodbrennen und Regurgitationen, jedoch können auch verschiedene andere Symptome wie Thoraxschmerzen, Husten oder Halsschmerzen auftreten.
Diagnostisch kommt zunächst eine Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) zum Einsatz. Zur weiteren Abgrenzung dienen die Impedanz-pH-Metrie sowie die High-Resolution-Manometrie. Bei typischer Symptomatik ohne Warnzeichen oder Risikofaktoren für eine schwere Ösophagitis oder Komplikationen ist jedoch auch eine empirische Therapie ohne vorherige Diagnostik möglich. Therapeutisch sind Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) das Mittel der Wahl. Eine wesentliche Komplikation ist der Barrett-Ösophagus, der eine fakultative Präkanzerose für ein Adenokarzinom des Ösophagus darstellt.

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Definitiontoggle arrow icon

Montreal-Klassifikation der GERD [2]
Ösophageale Syndrome
Extraösophageale Syndrome
  • Etablierte Assoziationen
  • Refluxhusten
  • Refluxlaryngitis
  • Refluxasthma
  • Dentale Erosionen
  • Mögliche Assoziationen
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Epidemiologietoggle arrow icon

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

Mechanismen

Risikofaktoren

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Symptomatiktoggle arrow icon

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Diagnostiktoggle arrow icon

Diagnostisches Vorgehen bei V.a. GERD

  • Hintergrund
    • Sehr häufiges Krankheitsbild
    • Gefährliche Verläufe möglich (insb. Entwicklung eines Ösophaguskarzinoms), aber selten
    • Abwägung zwischen Kosteneffizienz, Schäden durch überflüssige invasive Diagnostik und rechtzeitigem Erkennen gefährdeter Personen notwendig
  • Diagnosestellung
    • Fehlender Goldstandard
    • Lyon-Konsens: Definiert objektive Schwellenwerte zur Einordnung von Befunden in gesicherte oder uneindeutige Evidenz für/gegen GERD [1][11]
      • Berücksichtigt diagnostische Ergebnisse aus ÖGD, Impedanz-pH-Metrie, HR-Manometrie
      • Typische Refluxsymptomatik ohne objektive pathologische Befunde ≠ Diagnose GERD
  • Stufendiagnostik
    • Anamnese und Untersuchung: Suche nach typischen Symptomen, Warnzeichen und Hinweisen auf Differenzialdiagnosen
      • Empirische Therapie ohne weitere Diagnostik möglich bei [1]
        • Typischer Symptomatik und
        • Fehlenden Warnzeichen und
        • Fehlenden Risikofaktoren für eine schwere Ösophagitis/Komplikationen
      • Indikationen für eine ÖGD
    • ÖGD: Suche nach refluxtypischen Erosionen, Ausschluss von Komplikationen und Differenzialdiagnosen
    • Impedanz-pH-Metrie : Nachweis von sauren und nicht-sauren Refluxereignissen mit Symptomkorrelation
      • Erhöhter saurer Reflux und Symptomassoziation: GERD
      • Quantitativ normaler saurer Reflux
        • Funktionelle Ösophagusbeschwerden möglich (Ausschlussdiagnose!)
        • Differenzialdiagnostik einleiten

Basisdiagnostik

Anamnese

Fokussierte körperliche Untersuchung

Klinische Warnzeichen bei Refluxsymptomatik

Weiteres Vorgehen

  • Empirische Therapie möglich bei
    • Typischer Refluxsymptomatik und
    • Fehlenden Warnzeichen und
    • Fehlenden Risikofaktoren für eine schwere Ösophagitis und Komplikationen [1]
  • Indikationen für eine ÖGD, siehe: Ösophagogastroduodenoskopie bei V.a. GERD
  • Kardiologische Abklärung: Bei unklarer Symptomatik

Die thorakalen Beschwerden bei GERD oder KHK sind klinisch nicht sicher voneinander zu unterscheiden!

Eine Besserung der Symptomatik durch die Therapie mit einem PPI ist kein diagnostisches Kriterium!

Ösophagogastroduodenoskopie bei V.a. GERD

Weiteres Vorgehen

Die ÖGD eignet sich hauptsächlich zum Erkennen möglicher Komplikationen, insb. eines Barrett-Ösophagus und eines Ösophaguskarzinoms! Bei den meisten Personen mit GERD zeigen sich endoskopisch keine Auffälligkeiten!

Funktionsdiagnostik

Impedanz-pH-Metrie [12][13]

  • Definition: Messung des pH-Wertes bzw. der Impedanz in der unteren Speiseröhre
  • Ziel: Nachweis von ösophagealen Refluxereignissen mit Symptomkorrelation
    • pH-Metrie: Nachweis von saurem Reflux (pH ≤4)
    • Intraluminale Impedanzmessung: Nachweis von beliebigem Reflux
  • Indikationen: Bspw.
    • Präoperativ (obligat)
    • Erfolglose PPI-Therapie bei
    • Unauffällige ÖGD und weiterhin V.a. GERD
  • Vorbereitung: Durchführung je nach Indikation unter/ohne PPI
  • Durchführung
    • Örtliche Betäubung von Nase und Rachen
    • Einführen der Sonde über die Nase
    • Fixierung des Schlauches
    • Messung im Allgemeinen über 24 h
      • Patientenprotokoll: Schmerzereignisse, Essen, Tätigkeiten
    • Entfernung der Sonde
    • Alternativ: Kapsel-pH-Metrie [14]
  • Auswertung
    • pH-Metrie
      • Saures Refluxereignis bei pH ≤4
      • Assoziation von sauren Refluxereignissen mit Symptomen laut Patientenprotokoll
      • Quantitative Auswertung
      • Bewertung z.B. mithilfe des DeMeester-Score [15][16]
    • Intraluminale Impedanzmessung
      • Zusätzlich Nachweis von erhöhtem schwach-saurem (pH 4–7) oder nicht-saurem Reflux
      • Assoziation von Refluxereignissen mit Angaben laut Patientenprotokoll

Mögliche Diagnosen und weiteres Vorgehen

  • Erhöhter saurer Reflux und Symptomassoziation: GERD
  • Quantitativ normaler saurer Reflux

Wenn verfügbar, sollte eine kombinierte Impedanz-pH-Metrie durchgeführt werden!

High-Resolution-Ösophagusmanometrie

Bildgebende Verfahren

  • Ösophagusszintigrafie (nur in Einzelfällen): Bei V.a. Motilitätsstörungen oder zum Refluxnachweis
  • Single- und Doppelkontrastuntersuchung des Ösophagus: Nicht zur Primärdiagnostik einer GERD, ggf. prä-/postoperativ, wenig sensitiv und spezifisch

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Endoskopische Klassifikation der Refluxösophagitistoggle arrow icon

Los-Angeles-Klassifikation der ERD [(LA-Klassifikation) [1][18][19]
Stadium Beispielbild Morphologie
A
  • ≥1 Schleimhautläsion ≤0,5 cm
  • Auf eine Mukosafalte begrenzt
B
  • ≥1 Schleimhautläsion >0,5 cm
  • Auf eine Mukosafalte begrenzt
C
  • ≥1 Schleimhautläsion mit Überschreiten von ≥2 Mukosafalten
  • Keine zirkulären Defekte (<75% der Zirkumferenz betroffen)
D
  • ≥1 Schleimhautläsion, ≥75% der Zirkumferenz betroffen
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Lyon-Konsenstoggle arrow icon

  • Ziel: Definition objektiver Schwellenwerte zur Einordnung von Befunden in gesicherte oder uneindeutige Evidenz für/gegen GERD
Lyon-Konsens: Bislang nicht gesicherte GERD
Evidenz Kriterien
ÖGD (Impedanz‑)pH-Metrie HR-Manometrie
Beweisend (konklusiv)
  • AET >6% in 24 h
Grenzwertig (inkonklusiv)
  • AET 4–6% in 24 h
  • 40–80 Refluxepisoden/Tag
Unterstützende Faktoren
  • Symptomassoziation mit Refluxereignissen
  • >80 Refluxepisoden/Tag
  • MNBI <1500 Ω
Evidenz gegen GERD (Ausschluss)
Lyon-Konsens: Bereits gesicherte GERD mit persistierender Refluxsymptomatik
Evidenz Kriterien
ÖGD Impedanz‑pH-Metrie
Beweisend (konklusiv) für therapierefraktäre GERD
  • AET >4% und
  • >80 Refluxepisoden/Tag
Grenzwertig (inkonklusiv)
  • AET 1–4%
  • 40–80 Refluxepisoden/Tag
  • MNBI 1500–2500 Ω
Unterstützende Faktoren
  • MNBI <1500 Ω
  • Symptomassoziation mit Refluxereignissen
Evidenz gegen therapierefraktäre GERD
  • AET <1%
  • <40 Refluxepisoden/Tag
  • MNBI >2500 Ω
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Pathologietoggle arrow icon

Zum Vergleich: Normalbefunde

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Differenzialdiagnosen bei V.a. GERD

Differenzialdiagnosen bei V.a. GERD (Auswahl, siehe auch: Differenzialdiagnosen bei Thoraxschmerz) [20]
Differenzialdiagnose Hinweise
Kardiale Erkrankungen
  • Retrosternale/linksthorakale Schmerzen
  • Ggf. Ausstrahlung , Dyspnoe, vegetative Begleitsymptomatik, Angst
Ösophagitiden anderer Genese
Malignome
Ösophageale Motilitätsstörungen
Weitere gastrointestinale Erkrankungen
  • Ulzerationen im Ösophagus durch festklebende Tabletten
Somatoforme Störungen
  • Symptomatik ohne pathologisches Korrelat in der Diagnostik
  • Siehe auch: Funktionelle Ösophagusbeschwerden
Muskuloskelettale Erkrankungen
  • Meist durch Bewegung und Palpation ausgelöste Schmerzen
  • Ggf. Muskelverspannungen

Gastroskopische Differenzialdiagnosen der Ösophagitis

Gastroskopische Differenzialdiagnosen der Ösophagitis (Auswahl)
Diagnose Endoskopisches Bild Makroskopie Weitere Hinweise
Refluxösophagitis

Barrett-Ösophagus
  • Rötliche Mukosa über dem gastroösophagealen Übergang
  • Zirkumferentiell und/oder zungenförmige Ausläufer
Eosinophile Ösophagitis

  • Weiteres Bild
  • Ringförmige Schleimhautdefekte („Baumringaspekt“)
  • Leicht blutende Mukosa („Krepppapier-Mukosa“)
Soorösophagitis
  • Weiß-gelbliche, schwer abstreifbare Beläge
  • Ggf. Erosionen/Ulzerationen
CMV-Ösophagitis
  • Distale Schleimhauterosionen und Ulzera
HSV-Ösophagitis [22]
  • Multiple, kleine, ausgestanzte Ulzera
  • Fibrinexsudat
  • Risikofaktoren: Immunsuppression, maligne Erkrankungen, großflächige Verbrennungen, Autoimmunerkrankungen
  • Histologie: Multinukleäre Riesenzellen, Kernverformung, Milchglastrübung des Chromatins, ggf. Kerneinschlusskörper

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Funktionelle Ösophagusbeschwerdentoggle arrow icon

Refluxhypersensitivität und funktionelles Sodbrennen [1][17][23][24]

Definition

Epidemiologie

Pathophysiologie

  • Nicht eindeutig geklärt, wahrscheinlich multifaktoriell (insb. gesteigertes peripheres und/oder zentrales Schmerzempfinden)

Therapie

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Therapietoggle arrow icon

Allgemeinmaßnahmen

  • Einwirkung auf physikalische Faktoren
    • Gewichtsnormalisierung
    • Schlafen mit erhöhtem Oberkörper (insb. bei nächtlichen Beschwerden)
    • Meidung von zu enger Kleidung
    • Meidung von Sportarten mit Betätigung der Bauchpresse
    • Zwerchfelltraining durch Bauchatmung
  • Mahlzeiten
    • Klein, kohlenhydratarm, ballaststoffreich [27]
    • Verzicht auf Lebensmittel/Getränke, die individuell eine Refluxsymptomatik auslösen
    • Mit ausreichendem Abstand zur Nachtruhe (insb. bei nächtlichen Beschwerden) [27]
  • Meidung weiterer potenzieller Auslöser

Medikamentöse Therapie [1]

Grundlagen

  • Definitionen
    • Akuttherapie: Therapie bei Erstdiagnose (bzw. Initialvorstellung) oder Exazerbation
    • Langzeittherapie: Therapie im Anschluss an die Akuttherapie
      • Kontinuierlich: Jede regelmäßige Medikamenteneinnahme
      • Intermittierend: Wiederholung der Akuttherapie bei Bedarf
      • Bedarfstherapie: Nur bei Symptomatik oder im Rahmen von typischen Auslösern
  • Therapieziele
    • Symptomkontrolle
    • Abheilung von Läsionen (bei Refluxösophagitis)
    • Verhinderung von Komplikationen

Wirkstoffe

  • 1. Wahl: Protonenpumpeninhibitoren
    • Zu beachten
      • Einnahme
        • Mit Abstand (30–60 min) vor dem Essen
        • Bei refluxbedingter Beeinträchtigung des Schlafs: Ggf. Einnahme zur Nacht
      • Verzögerter Wirkungseintritt
      • Kein abruptes Absetzen: Ausschleichen und ggf. Bedarfstherapie [1]
      • Vor Beginn einer Langzeittherapie: Testung auf Helicobacter pylori und ggf. Eradikation [1][28]
      • Regelmäßig Indikation überprüfen
    • Auswahl der Substanz und Dosierung
      • Unterschiedliche säuresuppressive Wirkung der einzelnen PPIs [29]
      • Dosierung je nach Indikation und Zulassungsstatus [30]
  • Weitere Wirkstoffe

Empirische medikamentöse Therapie

Bei nicht-erosiver Refluxerkrankung (NERD)

  • Akuttherapie
    • PPI in Standarddosis für 4 Wochen, bspw. Omeprazol
    • Im Anschluss: Dosisreduktion und Auslassversuch
  • Langzeittherapie: PPI
    • Bedarfstherapie, bspw. Omeprazol , alternativ intermittierende Therapie
    • Bei unzureichender Symptomkontrolle: Kontinuierliche Therapie

Bei erosiver Refluxerkrankung (ERD)

Maßnahmen bei Versagen der Akuttherapie

  • Mögliche Ursachen
  • Vorgehen
    1. Therapieoptimierung: Therapieadhärenz überprüfen
    2. Therapieeskalation: Bei ungenügender Symptomverbesserung nach 4 Wochen PPI in Standarddosis
      • Dosissteigerung auf doppelte Standarddosis
      • Verlängerung auf bis zu 8 Wochen
      • Wechsel auf anderen PPI
      • Kombinationstherapie mit einem Präparat mit anderem Wirkmechanismus (bspw. Alginat)
      • Dosissplitting
    3. Diagnostik einleiten: Nach frustraner Akuttherapie über mind. 8 Wochen
      • Bei empirischer Therapie: Endoskopie
      • Bei therapierefraktärer GERD : Differenzialdiagnostik einleiten

Therapie weiterer Formen

Verdacht auf etablierte extraösophageale Manifestation

  • Mögliche Differenzialdiagnosen ausschließen
  • PPI in doppelter Standarddosis für bis zu 12 Wochen, bspw. Esomeprazol
    • Bei guter Symptomkontrolle: Schrittweise Dosisreduktion auf niedrigste effektive Dosis
    • Fehlende Verbesserung der Symptomatik
      • Mit typischer Refluxsymptomatik: Refluxdiagnostik (siehe: Diagnostik bei GERD)
      • Ohne typische Refluxsymptomatik: PPI absetzen und Differenzialdiagnostik einleiten

Verdacht auf Reflux-Thoraxschmerz-Syndrom [1]

  • PPI in doppelter Standarddosis für 8 Wochen
    • Bei guter Symptomkontrolle: Schrittweise Dosisreduktion auf niedrigste effektive Dosis
    • Fehlende Besserung der Symptomatik: Impedanz-pH-Metrie unter PPI-Fortführung
  • Alternativ: Zunächst diagnostischer Test mit PPI für (1–)2 Wochen

Die Besserung der Symptomatik durch PPIs bei V.a. Reflux-Thoraxschmerz-Syndrom schließt eine KHK nicht aus!

Operative Therapie

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Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Barrett-Ösophagustoggle arrow icon

Definition und Einteilung

Epidemiologie

  • Prävalenz in Europa
    • Allgemeinbevölkerung: 1–2% [32]
    • Bei bekannter GERD: 8,6% [33]
  • Geschlechterverhältnis: > [33]

Pathophysiologie

Diagnostik [1]

Prag-Klassifikation [1][34]

  • Anwendung: Empfohlene Klassifikation für die Ausdehnung eines Barrett-Ösophagus
  • Kriterien (jeweils gemessen vom gastroösophagealen Übergang in cm)
    • C: Ausdehnung des zirkumferentiellen Anteils
    • M: Max. longitudinale Ausdehnung
  • Beispiele
    • C2M5: Zirkumferentielle Barrett-Metaplasie bis auf eine Höhe von 2 cm, längste „zungenförmige“ Ausdehnung über insg. 5 cm
    • C0M3: Kein zirkumferentieller Anteil, längste Ausdehnung 3 cm

Paris-Klassifikation oberflächlicher Neoplasien des Gastrointestinaltrakts [1]

  • Anwendung: Makroskopische Befundbeschreibung suspekter Läsionen
  • Einteilung: 3 Typen mit unterschiedlichem Risiko für eine Infiltration der Submukosa
Paris-Klassifikation
Einteilung Makroskopischer Befund Subgruppen
Typ 0–I
  • Erhabene oder polypöse/polypoide Formen
  • 0–Ip: Polypoid/polypös-gestielt
  • 0–Is: Polypoid/polypös-sessil, breitbasig
Typ 0–II
  • Flache oder oberflächliche Formen
  • 0–IIa: Flach-erhaben
  • 0–IIb: Komplett flach
  • 0–IIc: Oberflächlich eingesenkt
Typ 0–III
  • Eingesenkt/ulzerierte Form

Therapie und Überwachungsstrategie bei Barrett-Ösophagus [1]

Grundlagen

  • Medikamentöse Therapie: Symptomorientiert sowie befundabhängig bei zusätzlichen säurebedingten Läsionen (bspw. mit PPI) [35][36]
  • Untersuchungstechnik zur Überwachung

Vorgehen je nach Erstbefund

Eine spezialisierte intestinale Metaplasie soll erst ab einer Länge von ≥1 cm als Barrett-Ösophagus bezeichnet werden! Entsprechend soll bei geringerer Länge ohne sichtbare Auffälligkeiten keine weitere Überwachung erfolgen!

Vorgehen nach endoskopischer Resektion aller makroskopisch sichtbaren Dysplasien

  • Komplette Ablation der restlichen, nicht-neoplastischen Barrett-Mukosa
    • Vor jeder Ablation: Makroskopische Kontrolle auf suspekte Läsionen und ggf. Biopsie
    • Nach jeder Ablation: PPI-Therapie in doppelter Standarddosis bis zur nächsten Ablation
    • Wiederholung der Ablation alle 2–3 Monate (wenn vollständige Abheilung seit der letzten Therapie) bis zur vollständigen Abtragung
    • Nachweis der kompletten Ablation durch hochauflösende Videoendoskopie, Chromoendoskopie und 4-Quadranten-Biopsie an der Kardia
  • Anschließend ÖGD-Kontrollen: Nach 3, 6 und 12 Monaten, dann jährlich
  • Bei Rezidiv nach kompletter Ablation [1]

Prognose

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Prognosetoggle arrow icon

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Kinder und Jugendlichetoggle arrow icon

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Patienteninformationentoggle arrow icon

Sodbrennen und Refluxkrankheit

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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