Zusammenfassung
Fieber ist ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers. Nachdem eine kausal behandlungsbedürftige Fieberursache ausgeschlossen bzw. antherapiert wurde, erfolgt eine symptomatische antipyretische Therapie, bei Beeinträchtigung des Kindes auch medikamentös. Eine Temperaturerhöhung alleine bei ansonsten unbeeinträchtigtem Kind ist keine Indikation für die medikamentöse Antipyrese.
Schmerzen sind ein in der Pädiatrie sehr häufig auftretendes Symptom und können ebenfalls eine Indikation für die Behandlung mit Paracetamol und Ibuprofen sein. Grundvoraussetzung ist auch hier, dass die Ursache erkannt und wenn nötig kausal anbehandelt wurde.
Allgemeine Maßnahmen
Fieber im Kindesalter [1]
- Messmethode: Rektal mit digitalem Thermometer [2]
- Altersabhängige Fieberdefinition
- Neugeborene: ≥38,0 °C
- Jenseits der Neugeborenenperiode: ≥38,5 °C
Vorgehen bei Fieber im Neugeborenen- und frühen Säuglingsalter (≤3 Monate)
- Bei Fieber immer ärztliche Vorstellung
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Infektionen können fieberfrei verlaufen!
- Infektsymptome bei Neugeborenen: Trinkunlust, Veränderung des Hautkolorits, Berührungsempfindlichkeit, schrilles Schreien
- Für Details zur Neugeborenensepsis siehe auch: Neugeboreneninfektion
Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen können schwere Infektionen ohne Fieber verlaufen! Bei Fieber oder Warnsymptomen wie Trinkunlust, verändertem Hautkolorit oder Berührungsempfindlichkeit sollten Eltern ihr Kind in diesem Alter immer ärztlich vorstellen!
Vorgehen bei Fieber im Kindesalter (>3 Monate) [3]
- Bei Warnsymptomen (insb. Berührungsempfindlichkeit, Wesensveränderung/Apathie, schrillem Schreien): Ärztliche Vorstellung
- Wenn keine Warnsymptome vorliegen
- Bei Schüttelfrost und Zentralisierung im Fieberanstieg → Warmhalten
- Bei Fieberplateaus und Fieberabfall → Wärmestau vermeiden, ggf. Wadenwickel
- Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
- Medikamentöse Fiebersenkung abhängig vom Allgemeinzustand
- Siehe: Medikamentöse Antipyrese bei Kindern
- Ärztliche Vorstellung bei: Anhaltendem Fieber , Verschlechterung des Allgemeinzustands, reduziertem Allgemeinzustand trotz Antipyrese, Trinkverweigerung, Sorge der Eltern [4]
Nicht-medikamentöse Therapie bei Schmerzen (im Neugeborenen- und Säuglingsalter)
- Hautkontakt
- Stillen, ggf. orale Zuckerlösung (insb. bei schmerzhaften Interventionen)
Medikamente
Medikamentöse Therapie
| Antipyretika im Kindes- und Jugendalter | ||||
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| Substanz | Darreichungsform | Zulassung | Dosierung | Weitere Informationen |
| Paracetamol [5] |
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| Ibuprofen [7] |
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| Metamizol [8] |
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Metamizol sollte aufgrund des Agranulozytose-Risikos sehr zurückhaltend angewendet werden!
ASS sollte bei Kindern <12 Jahren zurückhaltend eingesetzt werden. Obwohl ein Zusammenhang zwischen der ASS-Gabe bei Kindern und dem Auftreten des Reye-Syndroms wissenschaftlich nicht mehr eindeutig belegt ist, kann er nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden! [3]